
Jetzt stehen
sie an einem Weg auf einem der Berge vom vorherigen Bild. Stellen sie sich vor
wie sie es sich dort im Gras bequem machen und die Wolken langsam über sie
hinweg fliegen. Gedanken kommen, Gedanken gehen. Wolken kommen, Wolken vergehen,
doch etwas bleibt allgegenwärtig.
In unserem Verstand
existiert immer nur ein Gedanke. Der stille Gedanke. Alle andere Gedanken seien
sie noch so wortreich und bunt, entstehen aus ihm. Der stille Gedanke ist
unabhängig von der Dimension der Zeit. Er ist frei von allem. Mein erster Satz
in meinen Seminaren lautet daher 'Sobald ich schweige, höre mir zu...'
Als mein
Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde, was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde
ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß
Schweigen ist, sondern Hören.
So ist es: Beten heißt nicht sich selbst reden hören, beten heißt still werden
und still sein und warten,
bis der Betende Gott hört.
Sören Kierkegaard